VIA CLAUDIA – Unterwegs auf Hannibals Spuren 02.09.-.04.09.2016 Etappe 1

Wieder einmal haben wir beschlossen, neue Wege per Bike zu ergründen. Dieses Mal haben wir uns für den VIA CLAUDIA entschieden, der uns auf mehreren Etappen von Donauwörth bis Venedig bringen soll.

Ohne große Vorbereitung suchen wir also wieder einmal unsere sieben Sachen zusammen, was relativ schnell geht, da wir ja von unserer Pilger-Tour im letzten Jahr noch immer gut ausgestattet sind und von Zelt über Iso-Matten, Schlafsäcke, Cafetera, Gaskocher und sonstigen Kleinigkeiten alles quasi schon abfahrbereit zusammen lagert, sodass wir wirklich nur noch einpacken müssen. Ein paar wenige Klamotten dazu, unsere Cams … das war’s dann für dieses Mal auch schon, was wir mitnehmen.

SONY DSC

Auf die Laptops verzichten wir auf dieser Tour, denn wir werden nur drei Tage auf dieser ersten Etappe unterwegs sein. Mehr Zeit können wir uns pro Etappe dieses Mal leider nicht leisten, aber was soll’s. Hauptsache, es macht Spaß und wir können mal wieder das wunderbare Gefühl der Freiheit genießen.

Wir starten also am 02.09.2016.

Es ist 04.36 Uhr, als uns der Wecker aus einem kurzen Schlaf reißt, eigentlich ziemlich früh dafür, dass wir erst um kurz nach 06.00 Uhr am Bahnhof sein müssen, aber so bleibt auf jeden Fall genügend Zeit dafür, uns noch einen gemütlichen Kaffee einzuverleiben und noch einmal in Gedanken unseren eingepackten Kleinkram durchzugehen, damit wir auch ja nichts vergessen.

SONY DSC

Um 05.30 Uhr radeln wir los und schon eine dreiviertel Stunde später sitzen wir in unserem ersten Zug, der uns Richtung Donauwörth bringen soll. Noch zwei weitere Male müssen wir umsteigen, was nicht zwingend ganz so einfach ist, da wir die beladenen Räder gemeinsam mehrfach die Zugeinstiege emporwuchten müssen, aber das sind wir ja mittlerweile schon fast gewöhnt. Dummerweise müssen wir die gesamte Strecke hindurch stehen, da – selbst um diese frühe Uhrzeit – schon viele Leute unterwegs sind. Um 08.36 erreichen wir pünktlich unsere Endstation Donauwörth, wo wir uns erst einmal mit einem kleinen Frühstück und einem neuerlichen Kaffee stärken, ehe es weitergeht.

SONY DSC

Vorbei an einem wunderschönen Gutshof, der ein Trakehner-Gestüt beherbergt,

SONY DSC SONY DSC SONY DSC SONY DSC

fahren wir nach Augsburg, wo wir kurz pausieren, dann einige Kilometer bei schönstem Wetter parallel zum herrlichen Lech

SONY DSC SONY DSC

und freuen uns, dass die VIA CLAUDIA, der wir konsequent folgen, uns die herrlichsten Rad-, Feld-, Wiesen- und Waldwege beschert. Von wegen „Die spinnen – die Römer“… Asterix hatte keine Ahnung! Die wussten schon, wo es schön ist 😉

Immer wieder begegnet uns auch die Muschel, da ab und an der Jakobsweg die VIA CLAUDIA kreuzt. Wie schön! Erinnerungen werden jedes Mal wach, wenn wir das Symbol unseres letztjährigen Pilgerwegs sehen.

SONY DSC

In Königsbrunn übersehen wir wohl eines der Schilder, die uns stetig den Weg weisen und während wir kurz überlegen, wie wir jetzt weiterfahren, hält auch schon ein Radler und bietet uns an, ein paar Straßen durch die Stadt vorauszufahren, bis wir wieder auf unserer Strecke sind! Toll! Es gibt also nicht nur in Spanien hilfsbereite Menschen, sondern auch hierzulande. Vielen Dank für die Hilfe an den netten Unbekannten, der uns sogleich auch noch auf einen Übernachtungsplatz am Lechstausee hinweist. Allerdings entscheiden wir uns diesbezüglich kurzfristig anders, da uns ein kleiner Bach, der Lochbach, ins Auge fällt, an dessen Ufer wir den für uns genau richtigen Platz in Einsamkeit finden

SONY DSC SONY DSC

… na ja … einsam wird es erst, als es dunkel wird. Bis dahin kommen noch so einige Radler, Jogger und auch Angler vorbei, doch dann können wir endlich unser Zelt aufbauen.

K1600_20160903-IMGP4905

Geradelt sind wir heute schlappe 68 km, was uns völlig ausreicht, zumal wir ja kein Radrennen veranstalten und auch die wunderschöne Gegend genießen, wie auch fotografieren wollen.

 

Nach einer wunderbar ruhigen und erholsamen Nacht starten wir am 03.09.2016 gegen 08.30 Uhr wieder durch, nachdem wir, Dank unserer Cafetera, unseren morgendlichen Kaffee zu uns genommen haben.

SONY DSC

Um 11.00 Uhr kommen wir in Untermeitingen an einer Bäckerei vorbei, wo wir ein kleines Frühstück zu uns nehmen, ehe es weitergeht.

Vorbei an kunstvoll gestalteten Garagen,

SONY DSC SONY DSC

Clownius Spassicus

Clownius Spassicus

diversen VIA CLAUDIA-Meilensteinen

SONY DSC

und durch noch immer sonnengrüne Wiesen durchqueren wir eine traumhafte Landschaft. Wir beschließen unseren Weg kurzfristig zu verlassen, um heute im schönen Reichling zu übernachten. Christians Schwester Conny betreibt hier die Biogärtnerei Löwenzahn

SONY DSC

mit Hofladen und Fremdenzimmer. Wir wechseln also auf die VIA CONNY über und erreichen gegen 17.00 Uhr, nach 63 Gesamtkilometern,  unser heutiges Ziel.

Als Erstes schauen wir nach der schönen Reichlinger Stupa, die den Gemüse- und Blumengarten der Gärtnerei Löwenzahn um ein vielfaches bereichert. Diese Stupa wurde mit viel Liebe gebaut, was wir auch stets auf’s Neue durch eine ganz besondere Energie fühlen, wenn wir diesen Ort der Besinnung besuchen.

SONY DSC SONY DSC

Mit Conny und ihrem Martin haben wir einen schönen, unterhaltsamen Abend, bis wir in unser Zeltbett sinken. Herzlichen Dank dafür, dass wir bei euch übernachten durften und Dank auch für ein leckeres Abendessen und die Wegzehrung aus dem Hofladen!

SONY DSC

 

Am 04.09.2016 starten wir nach unserem üblichen Kaffeegenuss um 08.30 Uhr in Reichling und brauchen nicht lange, bis wir uns wieder auf der VIA CLAUDIA befinden. Wir passieren Epfach, besehen uns hier das kleine römische Dorfmuseum,

K1600_via claudia (16) SONY DSC

fahren dann weiter nach Hohenfurch und eine Stunde später gibt es ein kleines Frühstück im „Café am Rathaus“ in Altenstadt.

K1600_via claudia (30) SONY DSCHier lernen wir, dass auch Leitungswasser sprudelig sein kann. (Gast (G): Ich hätte gerne ein Mineralwasser. Bedienung (B): Also Leitungswasser? G: Nein, Mineralwasser! B: Also mit Sprudel! G: Ja! … Dann an unserem Tisch: Ich sage: Ich hätte gerne ein Glas Leitungswasser! B: Mit Sprudel oder ohne? …) Na ja, auch Bedienungen sind nicht zwingend um 11.15 Uhr schon wach.

Wir fahren weiter

SONY DSC SONY DSC SONY DSC SONY DSC

nach Lechbruck, Roßhaupten, fahren entlang am schönen Forggensee und kommen letztendlich über Rieden nach Füssen.

K1600_allgau-269696

Hier fährt bereits in einer halben Stunde ein geeigneter Zug für uns, also schnell Tickets kaufen, Fahrräder einladen und dann … erst mal wieder stehen … Insgesamt müssen wir vier Mal umsteigen, und da freut es uns ganz besonders, als wir sehen, dass wir in Kempten auf ein und demselben Bahnsteig landen, wie auch wieder abfahren werden. Kaum angekommen, wuchten wir also wieder die Räder aus dem Zug, um gleich darauf festzustellen, dass wir mit dem gleichen Gefährt weiterfahren und somit wieder einladen müssen – allerdings in einem anderen Abteil, da das vorherige inzwischen mit Rädern überfüllt ist. Toll! Deutsche Bahn, wir danken dir für deine lobenswerten Umsteigeinformationen! Aber was soll’s … Es war vielleicht kurzfristig ein bisserl stressig, bis wir wieder im Zug drin waren, aber eigentlich sind wir schon wieder so drauf, dass wir alles mit Humor sehen.

So genießen wir – stehender Weise – unsere Heimfahrt, derweil das Strahlen gar nicht mehr von unserem Gesicht wegzudenken ist. So schön waren die paar Tage, dass sich unser Herz und unsere Seele bereits darauf freuen, wenn es wieder weitergeht.

Um 19.21 Uhr erreichen wir den Bahnhof, danach noch eine Viertelstunde mit den Rädern durch den Regen und schon sind wir wieder zu Hause. Wir sind uns einig, dass wir, sobald es uns irgendwie möglich ist, unsere zweite Etappe zu starten. Wer weiß, vielleicht schaffen wir es ja noch im September.

 

Schreibe einen Kommentar

Gabi & Christian Berktold