Lauter nette Menschen (Deva nach Santa Maria del Mar)

Heute soll es ja nicht regnen, also stehen wir, in freudiger Erwartung des Sonnenscheins, auf, um festzustellen, dass der Himmel genauso aussieht, wie gestern. Allerdings haben wir das Glück, dass schon nach einer Stunde der Nieselregen aufhört, und so packen wir rasch zusammen, damit wir endlich in die Gänge kommen.

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Kirche in Gijon

Relativ schnell sind wir in Gijon, wo wir unseren Morgenkaffee trinken, da unsere Gaskartusche den Geist aufgegeben hat und es auf dem Campingplatz nur den wiederlichsten Kaffee aller Zeiten gegeben hat.

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Gijon

Dann düsen wir weiter nach Avilés. Hier holen wir uns unseren heutigen Stempel ab und beschließen, weiter nach Soto del Barco zu fahren.

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Gerade am Ortsende von Avilés angelangt und keinen blassen Schimmer, in welcher Richtung es weitergehen soll, stoppt ein junger Polizist neben uns. Da er uns kein Knöllchen wegen zu schnellen Fahrens geben kann, gibt er uns dafür lieber den Hinweis, dass wir eine andere Straße wählen sollen, da die, auf der wir uns gerade befinden, zu gefährlich wäre. (Er weiß ja nicht, dass wir im Befahren verkehrsreicher Straßen, seit Frankreich, schon in Übung sind). Okay. Mit Google-Übersetzer via Handy gibt er uns eine neue Strecke vor (… weil Straße zu gefährlich, machen Biegung nach zweite Kreis zum Kleckern Personen!!!) Alles klar … Vorne rechts abbiegen, am zweiten Kreisverkehr an der Tanke links halten, dann immer geradeaus. So sollen wir nach Salines kommen. Das ist zwar ganz woanders als Soto del Barco, aber zumindest liegt es am Meer! Da der Atlantik für uns ja leider schon in wenigen Tagen Vergangenheit sein wird, freuen wir uns, ihn heute noch einmal zu sehen. Aber erstmal müssen wir nach Salines kommen. Gar nicht so einfach, weil die Beschilderung in Avilés mal wieder sehr bescheiden ist. In einem Kreisverkehr halten wir an und überlegen, wo wir abbiegen sollen. Ein Autofahrer, der eigentlich auch auf den Kreisverkehr einbiegen wollte, macht uns mit Händen und Füßen klar, wohin wir fahren sollen. Anscheinend ist er danach aber davon überzeugt, dass wir ihn nicht verstanden haben (wie kommt er denn darauf???) und macht uns Zeichen, dass wir ihm folgen sollen. Wir haben also ab jetzt ein Begleitfahrzeug, welches vorausfährt. Wir in einem Affenzahn hinterher. Keine 12 Minuten später sind wir in Salines. Dort steigt der Fahrer aus und fragt, ob wir zum Strand wollen … naja, wollen täten wir schon gern, aber ein Campingplatz ist wichtiger, und der liegt, laut Teesieb, noch 8,5 km von Salines entfernt. Oha! Der Fahrer kommt wieder in die Gänge. Alles „no problem!“ (das Einzige, was er auf Englisch sagen kann), dann fährt er wieder vorneweg. Himmel nochmal, wir müssen so schnell fahren, dass wir vor lauter Schnelligkeit sogar das Bergaufkeuchen vergessen und einfach nur Gas geben. Ich glaube, wir sind noch nie so schnell bergauf und bergab gefahren. Aber klasse! Unser Helferlein bringt uns tatsächlich bis Eingang Campingplatz … Toll! Ein herzliches Dankeschön an ihn und auch dem netten Polizisten, ja, und in diesem Zug auch all den anderen unbekannten Menschen, die völlig selbstlos bisher auf uns zugegangen sind, um uns die Richtung zu weisen oder einfach auch nur einen Buen Camino zu wünschen. Wir sind sehr berührt von der Freundlichkeit, die uns entgegengebracht wird, ganz gleich, wo wir uns befinden.

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So, das war’s für heute. Gute Nacht – Welt, bis morgen.

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Gabi & Christian Berktold