Von Schwebefähren und Rolltreppen (Derio nach Castro Urdiales)

Wir möchten so schnell wie möglich den Großraum Bilbao hinter uns lassen, und starten deshalb gegen 9.00 Uhr bereits in Derio, um heute auch den Baskenland Ade zu sagen und nach Cantabrien zu radeln.

Wir kommen in Derio noch am Hauptfriedhof von Bilbao vorbei, wo wir unsere Wasserflaschen füllen und diesen Friedhof wirklich bewundern. Riesige alte Gräber, eine sehr aufwändig gearbeitete Allgemeinanlage, alles in allem sehr sehr beeindruckend!

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Hauptfriedhof Bilbao

Heute sind wir – Mangels Strom – einmal ohne GPS unterwegs und verfahren uns auch prompt. Wir legen einen tollen Anstieg hin, um diesen dann auch gleich darauf wieder in eine Abfahrt zurück zu verwandeln, ehe wir uns wieder auf dem richtigen Weg befinden. Toll, diese Extrafahrten bergauf!

Wir fahren am Fluss Nervión entlang, der am Ehesten einem großen Industriehafen, ähnlich der Elbe in Hamburg, ähnelt. Hier gehen wir schnell noch zum Einkaufen und halten dann eine Frühstückspause kurz vor Getxo, ehe wir mit der Schwebefähre von Getxo nach Portugalete übersetzen.

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Hängebrücke nach Portugalete

Portugalete ist eine interessante Stadt, die sehr viele steile Straßen in der Innenstadt aufzuweisen hat.

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… im Großstadtdschungel…

Wir rollen, angesichts dessen, erst mal mit den Augen, aber dann besteigen wir mit den Rädern eine Rolltreppe nach der anderen, die diese steilen Straßen zu einem wahren Vergnügen werden lassen. Hier treffen wir auch ein paar deutsche Fußpilger, die mit uns mitrollen.

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Rolltreppen in der Altstadt von Portugalete

 

Oben angekommen, gönnen wir uns einen Kaffee, dann geht’s weiter.

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Auf einem schön ausgebauten Radweg fahren wir weiter nach La Arena. Bei einer weiteren kurzen Verschnaufpause treffen wir einen Mountainbiker, der bereits 84 km Jakobsweg hinter sich hatte und ziemlich am Ende war.

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Bei den Temperaturen jede Gelegenheit zum Wasser füllen nutzen

Wir ziehen weiter und haben eine schöne Abfahrt. Unterwegs sehen wir viele wilde Katzen, die am Rande eines Parkplatzes darauf hofften, irgendetwas Essbares zu finden. Weiter kommen wir an einem winzigen eingezäunten Grundstück vorbei, wo eine arme Kreatur namens Pferd angebunden war. Es war dürr, von Fliegen geplagt und hatte Striemen über den ganzen Körper. Ein Trauerspiel, hier vorbeizufahren und nichts tun zu können. So ein Anblick tut nur in der Seele weh.

In La Arena erreichen wir endlich wieder den Atlantik, und bei 36 Grad gönnen wir uns am Strand erst einmal ein Eis, dann geht’s weiter.

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… riesige Wellen wieder mal…

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36 Grad!

Weil wir mit den Rädern den Weg über die Klippen nicht nehmen können, weichen wir auf die N634 aus, um nach Castro Urdiales zu gelangen.

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… leckeres zum Abendessen vom Markt!

Hier hoffen wir darauf, auf dem Campingplatz noch ein Plätzchen zu finden. Während wir noch an der Straßenkreuzung stehen und uns überlegen, welches der richtige Weg dorthin ist, werden wir von einer Fußpilgerin angesprochen, die uns sagt, dass der Platz überfüllt ist, aber keine 20 Meter weiter eine Pilgerherberge ist, so wir sicherlich noch unser Zelt aufbauen können.

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Castro Urdinales

Super! Und genau DAS machen wir auch. Wir treffen hier auf nette Pilger, einen freundlichen Herbergsbetreiber, eine saubere Dusche und eine geniale Wäscheschleuder, den geplagten Mountainbiker, eigentlich perfekt, wenn …, ja, wenn die Nacht nicht so unglaublich laut wäre, sodass wir kaum schlafen können. Aber besser kaum schlafen, als gar nicht.

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Gabi & Christian Berktold