Berge ohne Ende (Markina Xemein – Derio)

Heute Morgen starten wir relativ früh, da auch zu erwarten ist, dass die Baustelle spätestens ab 8.00 Uhr in Betrieb geht. Wir schaffen es nicht ganz, bevor die Jungs dort oben loslegen, aber fast.

Auf einer sehr kleinen Straße geht es entlang des Jakobsweges über Munibar nach Gerika-Lumo. Bevor wir dort ankommen ist aber noch ein Pass zu erklimmen.

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… immer von Höhe Null aus 🙂

Gabi radelt mich dabei heute Morgen in Grund und Boden. Ohne auch nur einmal stehenzubleiben geht’s etwa 400 Höhenmeter auf den Gontzarigana, wo sie mich dann erwartet. Ich trudle dort nach meinen gefühlten 100 Kurzpausen auch irgendwann ein. Toll! Das kann ja heute noch lustig werden.

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Aber wo es raufgeht, geht’s auch irgendwann wieder mal runter. So genießen wir eine etwa 10 km lange, sehr schöne Abfahrt nach Gerika-Lumo. Hatte ich schon erwähnt, dass ich bergab immer schneller bin als Gabi?

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Im Städtchen angekommen, ist die Hitze schier unmenschlich geworden, und wir beschließen, hier eine längere Siesta zu machen. Unter einem schattenspendenden Sonnenschirm mit kalten Getränken lässt es sich schließlich aushalten, und zwei wasserspendende Brunnen, an denen wir unsere leeren Radflaschen wieder auffüllen können, sind auch in der Nähe. Zudem bekommen wir hier auch noch einen weiteren Stempel, sodass sich der Aufenthalt hier wirklich lohnt. Herz, was willst du mehr.

Wir lungern hier an die zweieinhalb Stunden herum, ehe wir uns dazu aufraffen, wieder weiterzufahren.

Vorbei an der Eglisia Santa Maria – leider ist sie geschlossen – steuern wir den nächsten Pass an, an dem Gabi dann schlapp macht und lieber hinaufschiebt, mir aber dennoch, im wahrsten Sinne des Wortes, davonläuft, weil sie schneller schiebt, als ich hinaufradeln kann. Wie auch immer kommen wir letztendlich nach Lumo, wo es die nächste Pause gibt, ehe wir uns sozusagen den Rest geben.

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Nichts ahnend radeln wir wieder los und stehen vor dem nächsten Berg, der an Steilheit nicht zu übertreffen ist. Wir schieben mehr oder weniger – gefühlt – senkrecht nach oben, z. T. auf einer regelrechten Schotterpiste, und wir sind uns schon lange nicht mehr sicher, ob wir uns noch auf dem richtigen Weg befinden, aber unser Teesieb ist immerhin guter Dinge, was die Streckenführung betrifft. Der Fahrer eines Land Rover Defender sieht das ein bisschen anders. Er hält an, als er uns in unserer Unsicherheit am Wegesrand stehen sieht, erklärt dann mit Händen und Füßen, sowie in Englisch den Weg und meint dazu: „It’s a hard way, a strong area!“ … Okay, jetzt wissen wir das wenigstens auch.

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Irgendwann sind wir oben angelangt und werden mit einer sehr langen Abfahrt belohnt, die uns wieder aufbaut. Also beschließen wir, weiter nach Derio zu fahren, dem eigentlichen Zielpunkt, den wir uns heute Morgen gesetzt hatten. Ist ja schließlich nicht mehr weit … aber steil ohne Ende! Wir schieben und keuchen und … Gabi ist jetzt restlos fertig, und als wir oben angelangt sind, setzen wir uns nur noch mehr oder weniger auf die Verkehrsinsel, die vor einem Sporthotel liegt. Überhaupt … dieser ganze Ort vor Derio ist ein einziger Golfplatz mit Hotelanlagen, und unsere Hoffnung schwindet, vor unserem Zielpunkt noch einen Zeltplatz für die Nacht zu finden.

Wir lassen die Räder die Abfahrt hinunterrollen und haben Derio bereits im Blick, als uns eine Wiese am Stadteingang ins Auge fällt, wo wir vielleicht übernachten könnten. Ein Bauer tut dort noch seine Arbeit, und Gabi fragt höflich an, ob wir hier bleiben können. Er versteht nur „Sleep“ und nickt. Horrido! Einen offiziellen Schlafplatz! Das passt. Jetzt können wir uns geruhsam ein Restaurant suchen, um noch ein bisserl was zu essen … sofern wir den Kampf mit der spanischen Speisekarte gewinnen.

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Gabi & Christian Berktold