Verschiebe Dein Leben nicht auf später

Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn meine Zeit gekommen wäre. Jetzt!

Ich müsste Abschied nehmen, ohne auch nur irgendetwas mitnehmen zu können.

Mir kommen dabei einige Fragen in den Sinn, deren Beantwortung nicht einfach ist:

  • Bin ich zufrieden damit, wie ich mein Leben gelebt habe?
  • Bin ich traurig über Dinge, die ich nicht getan habe, weil sie beispielsweise aus Bequemlichkeit immer verschoben wurden oder weil ich einfach nicht mutig genug dazu war?
  • Wem müsste ich „verzeihen“ und wem einfach mal „Danke“ sagen?

Vieles habe ich getan, das ich heute als „Leben“ bezeichnen würde:

Ich habe geträumt.
Ich habe nächtelang mit Freunden diskutiert.
Ich habe leidenschaftlich geliebt.
Ich habe verrückte Sachen gemacht.
Ich habe die Sonne, den Wind und den Regen gespürt.
Ich bin barfuß durchs nasse Gras gelaufen.
Ich saß ganze Nächte mit Freunden am Lagerfeuer.
Ich bin durch hohen Schnee gelaufen.
Ich habe stundenlang die funkelnden Sterne01 beobachtet.
Ich habe in Naturseen, so wie ich erschaffen wurde, gebadet.
Ich bin durch hohen Schnee gestapft und durch Sumpf gewatet.
Ich habe im Moorsee gebadet, das Meer rauschen und den Gebirgsbach plätschern gehört.

Ich durfte die Geburt meiner Kinder erleben.
Ich habe mich betören lassen vom Duft des Maiglöckchens, der Schönheit der Rose und der Lebenslust der  Blumenwiese.
Ich habe mit meinen Kindern im Zelt geschlafen.
Ich habe Kraftplätze entdeckt.
Ich habe wahre Liebe spüren dürfen, die mir entgegengebracht wurde.
Ich bin mit dem Feuer des Sonnenuntergangs verschmolzen.
Ich habe bei Kerzenschein und einem Glas Rotwein die Nacht genossen.
Ich durfte auf Freunde zählen, die da waren, wenn ich sie brauchte.
Ich habe mitgefühlt mit Menschen, die verzweifelt und traurig waren.
Ich habe mich anstecken lassen vom Lachen meiner Kinder, habe mit ihnen gespielt und verrückte Sachen gemacht.
Ich habe die Stille gehört und manchmal auch den ganz, ganz kleinen Dingen meine Zeit geschenkt.
Ich habe mich frisch und lebendig gefühlt, mich gespürt, meine Emotionen, meine Gefühle.
Andere Menschen haben mich unterstützt und mir vertraut.
Ich war stets bereit, Zuversicht, Mut, Liebe und Vertrauen zu geben.
Ich habe mich leidenschaftlich und voller Enthusiasmus für meine Werte und meine Träume eingesetzt.
Ich habe inmitten der Natur quellfrisches Wasser getrunken und reine Luft geatmet.
Ich habe unter einem Wasserfall gebadet.
Ich habe Beeren gepflückt und am Strand geschlafen.
Ich durfte erfahren, wie es ist, wirklich einen Menschen zu lieben.

… und das alles hat nicht mehr gekostet als die Zeit, die ich mir genommen habe, dies zu Tun oder Zuzulassen.

Das alles ist eine ganze Menge. aber war das auch schon wirklich alles, das man erleben sollte um von sich selbst sagen zu können: Ich habe gelebt?

Und wenn ich ehrlich bin, ist das meiste auch schon ziemlich lange her. Die letzten Jahre waren mit Alltäglichem und Business ausgefüllt, sodass sie viel zu schnell vergangen sind. Mir hat oftmals in dieser Zeit auch die Empfindung für das Leben gefehlt. Vermutlich bin ich an unzähligen Blumen am Wegesrand vorübergelaufen, ohne diese überhaupt zu bemerken.

All diese Dinge würde ich gerne noch einmal erleben und noch vieles andere mehr.

Das Dasein ist eigentlich wunderbar und viel zu kostbar um das „Leben“ auf später zu verschieben.

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Gabi & Christian Berktold